Integrationsplanung – Mehr als Big Bang

Die Aufgabe des Systemarchitekten ist es ein System in einfachere Subsysteme zu zerlegen. Die Subsysteme werden dann zunächst getrennt voneinander entwickelt und später wieder zusammengeführt. Diese Zusammenführung wird Integration genannt. Doch wie läuft so eine Integration ab und was gibt es zu beachten?

Integrationsstrategie

Bei der Integration gibt es zwei Herangehensweisen. Die erste ist die sogenannte “Big Bang”-Methode. Hierbei wird einfach alles zusammengebaut und anschließend das integrierte System getestet. Diese Vorgehensweise mag für einfache überschaubare Systeme durchaus möglich sein. Bei komplexeren Systemen wird man allerdings damit nicht glücklich, da es schwierig wird Fehlerursachen zu lokalisieren. Hier tut man sich mit einer inkrementellen Herangehensweise deutlich leichter. Inkrementell bedeutet dabei schrittweise Subsysteme bottom up zu integrieren und zu testen. Wie so etwas funktionieren kann, sieht man in der nachfolgenden Abbildung.

Wie man ein System integriert?

Mit einer solchen Darstellung kann man die Integrationsschritte planen. Diese Darstellung kann sehr gut in einen Integrationsplan eingefügt werden, um den Ablauf zu visualisieren.

Der Integrationsplan

Will man die Integration sauber planen, so bietet sich ein Integrationsplan an. Der Integrationsplan beschreibt, wie die einzelnen Subsysteme zu dem Gesamtsystem integriert werden. Es werden die Integrationsschritte und die Reihenfolge beschrieben. Nach jedem Integrationsschritt bieten sich Integrationstests an, um die Funktion zu überprüfen. Bei der Planung der Integration ist es notwendig sich Gedanken über Ressourcen zu machen und Personal, Equipment, Räumlichkeiten und Sondermittel einzuplanen. Schließlich ist interessant wie hoch der Aufwand ist und wie viel Zeit und Geld für die Integration benötigt werden.

Daher sollte man sich beim Integrationsplan über folgende Punkte Gedanken machen:

  • Wie komme ich zum integrierten System?
  • Welche Integrationsschritte und welche Reihenfolge sind notwendig?
  • Welche Integrationstests sind notwendig?
  • Welche Ressourcen benötige ich?
    • Personal
    • Equipment
    • Räumlichkeiten / Sondermittel
  • Welches Zubehör für mein System wird benötigt?
  • Wie hoch ist mein Aufwand (Zeit und Geld)?

Die Integration ist eine anspruchsvolle Aufgabe, doch es ist eine Aufgabe, die sehr viel Spaß machen kann. Denn als Systemingenieur kann man sich an dieser Stelle tiefgehend mit der Technik auseinandersetzen und das Zusammenspiel der Subsysteme analysieren. Bei der Integration lernt man die Schwachstellen der Architektur kennen und kann somit viel für sich selbst mitnehmen, um zukünftig Systeme besser entwickeln zu können.

Ich freue mich sehr über Feedback und den Austausch mit ihnen. Sie können gerne einen Kommentar zu dem Artikel abgeben. Falls sie jemanden kennen, für den der Blog ebenfalls interessant sein könnte, freue ich mich sehr über eine Weiterempfehlung.

Viele Grüße
Goran Madzar

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Goran Madzar

Seit Mai 2007 bin ich zusammen mit meinem Kollegen Martin Bosch selbständig. Unser Standort ist im Innovations- und Gründerzentrum in Erlangen. Hier entwickeln wir für Kunden in der Medizintechnik mit unseren Mitarbeitern Lösungen für die Produkte von Morgen.

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