Das war das Modeling Craftsmanship Camp und so geht es weiter

Gestern am Samstag, den 19.11.2016, hat das Modeling Craftsmanship Camp in Hannover stattgefunden. Eine Runde von circa 35 Interessierten rund um das Thema Modellierung hat ihren Samstag damit verbracht, Ideen auszutauschen, Wissen zu vermehren und sich zu vernetzen. Es hat riesigen Spaß gemacht! Herzlich bedanken möchte ich mich bei den Organisatoren Stephan Dankers und Michael Jastram. Es war eine super Veranstaltung in einer tollen Location und mit Teilnehmern aus allen Branchen.

Es war wieder einmal interessant zu sehen, wie andere an das Thema Modellierung herangehen und welche Methoden genutzt werden. Immer wieder stellt man dabei fest, dass es durchaus Themen gibt, bei denen sich alle schwer tun. Z.B. der Umgang mit Varianten. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr Probleme ergeben sich und die Methoden aus den Lehrbüchern (z.B. VAMOS) kommen in der Realität schnell an ihre Grenzen.

Konsens gab es darüber, dass viel Literatur zum Thema SysML wirklich praktische Beispiele vermissen lässt. Entweder werden triviale Systeme modelliert, die in der Realität nicht benötigt werden oder es gibt Modelle zu Systemen, mit denen man keinerlei Berührungspunkte hat.  Eine Möglichkeit sollte daher sein, Aspekte aus Modellen, die sich im eigenen Unternehmen als wertvoll bewährt haben, als Best Practice Vorlagen weiterzugeben oder daraus ein Poster zu gestalten. Das ist ein Thema an dem ich selbst gerade dran bin. Aber auch der Besuch von Barcamps wie diesen ist perfekt geeignet, um zu sehen, wie und was andere modellieren. In einer Session hat der Moderator mit den Teilnehmern einen “intelligenten Briefkasten” modelliert. Es wurden Anforderungen, Use Cases und ein Systemkontext modelliert. Und das innerhalb von 45 Minuten. Nicht schlecht, wie ich finde. In einer anderen Session wurde das Fundamental Modeling Concept (FMC) präsentiert, welches eine sehr vereinfachte Sprache bietet um Systeme mit nur 4 Modell-Elementen zu beschreiben. Bei so einer Veranstaltung darf das Thema Werkzeuge nicht außer Acht gelassen werden. Der Umgang mit Anforderungswerkzeugen auf der einen Seite und Modellierungswerkzeugen auf der anderen Seite war selbstverständlich ein Thema. Wer daran Interesse hat, dem empfehle ich den Artikel Koexistenz zwischen Anforderungs- und Modellierungswerkzeug. Sind Modelle Bilder oder haben die Modelle einen Nutzen? Diese Fragestellung wurde beleuchtet. Und eine für mich sehr sinnvolle Antwort war: Wenn man Informationen in dem Modell hinterlegt und neue Informationen durch das Modell bekommen kann, dann handelt es sich um ein Modell. Diese Definition führt wahrscheinlich erschreckend oft dazu, dass es sich bei Modellen lediglich um Bilder handelt, die nur durch Menschen (bzw. gut ausgebildete Ingenieure) lesbar sind.

Der Sponsor des Barcamps Andreas Willert meinte, für ihn sei das Format des Barcamps die Zukunft von Konferenzen. Und das sehe ich genauso. Mir fällt es immer schwerer mich für klassische Konferenzen zu begeistern. Der frontale Ansatz bei Konferenzen, gepaart mit oft langweiligen und qualitativ nicht besonders hochwertigen Präsentationen schreckt mich einfach ab. Wem das ähnlich geht, empfehle ich unbedingt auf ein Barcamp zu gehen.

Wer die Veranstaltung verpasst hat, braucht sich nicht zu ärgern. Die nächsten Veranstaltungen sind bereits geplant. Am 03.12 findet das nord.systemscamp.org in Hamburg statt und im Februar 2017 das munich-openspace.de zu den Themen Functional Safety, Requirements Engineering und Systems Engineering.

Wer aufmerksam meinen Blog verfolgt oder sich bei dem Newsletter anmeldet, verpasst auf jeden Fall nichts.

Für mich ist so ein Event, gekoppelt mit einem Städtetrip, wie ein kleiner Urlaub aus dem ich energiegeladen und mit vielen neuen Ideen nach Hause komme.

Viele Grüße,

Goran Madzar

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Goran Madzar

Seit Mai 2007 bin ich zusammen mit meinem Kollegen Martin Bosch selbständig. Wir haben ein Ingenieurbüro im Innovations- und Gründerzentrum in Erlangen aufgebaut. Hier entwickeln wir für Kunden in der Medizintechnik mit unseren Mitarbeitern Lösungen für die Produkte von Morgen.

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